Einführung in die Geschichte des Aluminiums
Das Aluminium ist ein junges Metall. Es wurde zum
ersten Male 1855 anlässlich der Pariser Weltausstellung einem größeren
Publikum als eine Art Wunderkind bekannt gemacht.
Der Grund, dass das Aluminium erst so spät als
Gebrauchsmetall Eingang gefunden hat, lag in der Schwierigkeit seiner
Herstellung aus dem Erz:
Aluminium geht mit dem Sauerstoff eine besonders innige Verbindung ein
und kann daher nicht wie zum Beispiel Eisen mit Hilfe von Kohle aus dem
Erz gewonnen (reduziert) werden.
Zur Erzeugung von Aluminium sind große Mengen
an elektrischer Energie notwendig. Die erste laboratoriumsmäßige
Herstellung des Aluminiums gelang im Jahre 1825, dem Dänen Örstedt
und kurz darauf auch dem Deutschen Wöhler. Seit 1855 wurde durch
den Franzosen Sainte-Claire Deville Aluminium bereits in technischem
Maßstab produziert, jedoch nach einem chemischen Verfahren, dass
später als unwirtschaftlich verlassen wurde.
Werner von Siemens erfand 1866 die Dynamo-Maschine.
Sie bildete die Voraussetzung zur wirtschaftlichen und großtechnischen
Herstellung des Aluminiums. 1886 wurde das Verfahren der elektrolytischen
Herstellung des Aluminiums aus einer Salzschmelze unabhängig von
Mister Hall in den USA und dem Franzosen Héroult in Frankreich
entwickelt. Dieses Verfahren bildet auch heute noch die Grundlage der
Erzeugung des metallischen Aluminiums.
Typische Eigenschaften und Anwendungsbeispiele des Aluminiums
Zunächst wollen wir in kurzen Stichworten einige
typische Eigenschaften des Aluminiums aufzählen, die zu seiner raschen
Verbreitung beigetragen haben.
- Aluminium ist leicht, und hat bei gleichen Abmessungen 1/3 des Gewichtes
von Stahl.
- Aluminium ist weitgehend beständig gegenüber Witterungen,
Lebensmitteln und einer großen Zahl von Flüssigkeiten und
Gasen des täglichen Gebrauchs.
- Aluminium besitzt ein hohes Refexionsvermögen. Es hat aus diesem
Grunde dekorative Eigenschaften, dass heißt, es kann in der Außen-
und Innenarchitektur und ebenso für Verpackungszwecke durch seine
silbern glänzende Oberfläche wie kaum ein anderes Material
wirken. Der Glanz der Oberfläche des Aluminiums kann durch geeignete
Oxyd-, Kunststoff- oder Lackschichten dauerhaft geschützt werden.
In vielen Fällen genügt aber bereits die natürliche,
weißliche Oxydschicht des Aluminiums als Oberflächenschutz.
- Aluminiumlegierungen erreichen und übertreffen die Festigkeit
von normalen Baustahl.
- Aluminium weist eine hohe Elastizität auf. Dieses ist bei Konstruktionen,
die stoßartigen Belastungen ausgesetzt sind, unter gewissen Umständen
von Wert. Die Zähigkeit (Kerbschlagzähigkeit) sinkt bei tiefen
Temperaturen nicht wesentlich ab, wie dieses zum Beispiel bei den Kohlenstoff-Stählen
der Fall ist.
- Aluminium ist gut bearbeitbar sowie leicht formbar und kann daher
z.B. sehr dünn zu Folien ausgewalzt werden, deren Dicke meistens
etwa 1/100 mm beträgt.
- Aluminium leitet Elektrizität nahezu so gut wie Kupfer, was
den Grund dafür darstellt, dass ca. 80% unserer in Deutschland
befindlichen Überland-Stromleitungen aus Aluminium bestehen.
- Aluminium leitet Wärme hervorragend ab, was sich zum Beispiel
im Bereich der mit Aluminiumfelgen bestückten Fahrzeuge gegenüber
den Fahrzeugen mit Stahlfelgen durch schnellere Bremsenabkühlung
auszeichnet.
Ganz spezifisch für das Aluminium ist außer der Abwalzbarkeit
zur Folie die Umformbar-keit in eine nahezu beliebige Vielfalt von
Strangpressprofilen, auch komplizierter Querschnitte (Fensterbau, Fassadenbau,
etc.).
Während der Kriegsjahre ging in den meisten
aluminiumerzeugenden Ländern ein beträchtlicher Prozentsatz
der Produktion in den Flugzeugbau. Heute verbraucht der Zivile Bedarf
bei weitem den größten Teil. Die größten Zuwachsraten
werden in den nächsten Jahren auf dem Sektor von Bauwesen und Fahrzeugbau
Anwendung finden.
Die Aluminium Gewinnung
Die Gewinnung des Aluminiums aus dem Erz (Bauxit)
und seine Weiterverarbeitung zum fertigen Produkt geschieht in aufeinanderfolgenden
Fabrikationsprozessen. Diese sind von einander weit gehend unabhängig
und werden daher im Regelfall in räumlich von einander getrennten
Werken ausgeführt. Das zur Herstellung des Aluminium meist verwendete
Erz trägt den Namen Bauxit (nach Les Baux, der ersten Fundstätte
in Südfrankreich benannt).
Der rot-braune Bauxit enthält wasserhaltiges
Aluminiumoxid und daneben als Verunreinigungen in der Hauptsache Kieselsäure
sowie Eisen- und Titanoxid. Das Eisenoxid gibt dem Bauxit die rote Farbe.
Die Weltreserven an Bauxit und anderen Aluminiumoxid enthaltenden Mineralien
ist sehr groß. In der äußeren Erdschicht ist an Metallen
neben Silizium (ca. 25%) das Aluminium mit ca. 8% am stärksten vertreten,
dagegen Eisen nur mit ca. 4,7%. Der Bauxitabbau erfolgt heute hauptsächlich
im Bereich der Küsten des karibischen Meeres, des Mittelmeeres sowie
in Australien und Afrika. Als Tonerde bezeichnet man das wasserfreie
Aluminiumoxid. Der Bauxid wird zur Tonerdefabrik transportiert, dort
wird die Tonerde mit Hilfe chemischer Prozesse von Verunreinigung getrennt
und dann in großen Kalzinieröfen getrocknet (bebrannt). Das
Endprodukt - die kalzinierte Tonerde - stellt ein trockenes, weißes
Pulver dar, welches nunmehr zur Aluminiumhütte gelangt.
Die Aluminiumhütte benötigt große
Mengen an elektrischer Energie und wird daher nach Möglichkeit dort
errichtet, wo diese billig verfügbar ist. Es werden zwei verschiedene
Aluminiumsorten hergestellt:
1) Hüttenaluminium (auch Reinaluminium genannt)
mit einem Gehalt von 99,0 - 99,9% Aluminiumanteil
2) Reinstaluminium mit einem Gehalt von min. 99,99% Aluminium.
Gemessen an der Weltproduktion ist der Anteil von
Reinstaluminium sehr gering, er dürfte etwa 1% betragen.
Die Felgenproduktion aus Aluminium
Das Reinaluminium ist die Basis für die Mehrzahl
der technischen Aluminiumlegierungen. Zur Erzeugung einer Tonne Aluminium
benötigt die Hütte 13.000 bis 14.000 KWh Strom, daher bilden
die Stromkosten einen merklichen Anteil an den Gesamtfertigungskosten.
Die Herstellung des metallischen Aluminiums aus der Tonerde erfolgt in
sogenannten "Elektrolysezellen", in denen eine Temperatur von
ca. 950°C herrscht; man schickt dabei Gleichstrom durch ein stromleitendes,
geschmolzenes Salz, in welchem die Tonerde gelöst ist. Als Salz
verwendet man Kryolith, der entweder in Grönland in natürlichen
Vorkommen gewonnen oder synthetisch hergestellt wird. Der Kryolith wird
bei der Aluminiumelektrolyse nur sehr langsam verbraucht. Er dient zur
Erniedrigung des Schmelzpunktes der Tonerde. Eine Salzschmelze dieser
Art hat eine relativ hohe elektrische Leitfähigkeit, was den Elektrolyseprozess
ermöglicht. Unter dem Einfluss des elektrischen Stromes scheidet
sich das Aluminium an dem negativen Pol der angelegten Gleichspannung,
der Kathode ab. Dort - das heißt an dem durch Kohleauskleidung
elektrisch leitend gemachten Boden der Elektrolysezelle - sammelt sich
das Aluminium in flüssiger Form an und wird von Zeit zur Zeit abgezogen.
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